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Denkwürdiger Fußballtag vor 50 Jahren Drucken
Montag, 01 Juli 2024

WM-Titel und Badische C-Jugendmeisterschaft
Vor 50 Jahren war die Fußballwelt eine gänzlich andere. Die Spieler der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft nächtigten 1974 bei der Heim-Weltmeisterschaft nicht im Fünf-Sterne-Hotel, sondern in der beschaulichen Sportschule Malente. Und zeitgleich bahnte sich fernab im traditionsreichen Fußballdorf Wiesental eine hochtalentierte Nachwuchsmannschaft den Weg zum bisher größten Erfolg der „Zwölfer“ im Jugendbereich. Ziel beider Teams war die Endspielteilnahme am 7.Juli 1974. Die Auswahl um die Bayern-Stars Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uli Hoeneß und Paul Breitner wollte Weltmeister werden und die Nachwuchstalente des FV 1912 Wiesental Badischer C-Jugendmeister. An diesem Sonntag jähren sich diese denkwürdigen Sportereignisse zum 50. Mal. Die Ergebnisse beider Finalspiele haben einen festen Platz sowohl in den Annalen des Deutschen Fußballbundes als auch beim Wiesentaler Großverein gefunden.

Das Foto zeigt die C1-Jugend nach dem Finalsieg in Hockenheim.
Stehend von links: Claude Hatzler, Richard Mayl, Roland Rolli, Roland Grassel, Rainer Glatter, Fan Klaus Stork, Dieter Hellmann, Klaus Notheisen, Günther Weis, Rainer Metzger und Michael Sälzler.
Kniend von links: Jugendleiter Manfred Schweikert, Gerhard Käpplein, Peter Richter, Fritz Kißling, Kuno Decker, Thomas Mahl, Uwe Mauk, Trainer Alfred Mayer.

Foto: Badischer C-Jugendmeister 1974
Foto: Roland Mauk

Zur Erinnerung: Vor einem halben Jahrhundert pilgerten am Vormittag des 7.Juli 1974 mehr als 800 Zuschauer zum Endspiel um die Meisterschaft der beiden besten badischen Schülermannschaften nach Hockenheim. Auf dem dortigen VfL-Platz standen sich die 13- und 14-jährigen Talente des FC Astoria Walldorf und des FV 1912 Wiesental gegenüber. Unter dem Jubel der zahlreichen „Zwölfer“-Fans hatten sich die jungen FV-Kicker nach Verlängerung und Elfmeterschießen mit 5:4-Toren durchgesetzt. Im Autokorso ging es zurück, wo in der noch nicht fertiggestellten neuen Vereinsanlage der „Zwölfer“ gefeiert wurde. Über den freudetrunkenen Jubel der Nachwuchskicker und ihrer Fans verpasste manch einer am Nachmittag den 2:1-Sieg der DFB-Auswahl im WM-Finale gegen die Niederlande.
Vater des Erfolgs der FV-Talente war Alfred Mayer. Der langjährige Leistungsträger des Zweitamateurligisten, 1960 selbst Torschütze beim 3:0-Finalsieg um die Badische Pokalmeisterschaft gegen den damals übermächtigen Karlsruher FV, war bei den „Zwölfern“ der erste lizenzierte Jugendtrainer. Die Wiesentaler Schülerelf, die sich ausschließlich aus eigenen Spielern rekrutierte, stellte auch den Großteil der Kreisauswahl. Mit Torhüter Kuno Decker, Abwehrchef Roland Grassel und Goalgetter Klaus Notheisen, Onkel des späteren Bundesliga-Stars und Fußball-Nationalspielers Lars Stindl, schafften sogar drei FV-Kicker den Sprung in die Auswahl des Badischen Fußballverbandes. Zum Einsatz beim Endspiel in Hockenheim kamen auch die beiden D-Jugendspieler Thomas Mahl und Rainer Metzger, der zwei Jahre später zur Deutschen Schüler-Nationalmannschaft berufen wurde.
Heute sind solche Titelgewinne für Dorfvereine nicht mehr möglich. Schon allein deshalb, weil durch das geänderte Ligasystem Kreis- oder Badische Meisterschaften in der ursprünglichen Form nicht mehr ausgespielt werden. Bei den A-, B- und C-Junioren kommen lediglich noch die badischen Hallenmeisterschaften zur Austragung. Hinzu kommt im Vergleich zu früher, dass die Nachwuchsleistungszentren der Bundesliga-Vereine heute zum Sammelbecken der besten Fußballtalente werden.
„An einen Vereinswechsel zu einem höheren Verein hatten damals weder die Eltern noch die Spieler gedacht“, erklärt FV-Ehrenpräsident Manfred Schweikert im Rückblick. Der bald 75-Jährige war vor einem halben Jahrhundert Jugendleiter beim FV 1912 und stand zuletzt fast drei Jahrzehnte an der Spitze des mit über 1.750 Mitgliedern drittgrößten Vereins im Sportkreis Bruchsal. Eine Ausnahme war der einvernehmlich und im vertrauensvollen Gespräch zwischen Eltern, Spieler und Verein erfolgte Wechsel von Rainer Metzger zur Fußballjugend der Frankfurter Eintracht.
Für die Verantwortlichen des FV 1912 Wiesental war der Titel als Nordbadischer Meister unvollständig. Deshalb erfolgte auf eigene Initiative ein finales Spiel beim südbadischen Titelträger DJK Eintracht Freiburg. Auch diese Begegnung wurde von der Schülerelf des FV 1912 Wiesental gewonnen, sodass sie sich auch mit dem inoffiziellen Titel des gesamtbadischen Meisters schmücken konnte.